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Gambia und das Tabu

in Kultur/Magazin/People von

Der Blick des Museumsmitarbeiters ist fest auf ein Tor zum offenen Meer gerichtet. Es ist nicht nur irgendein Durchgang, sondern das Gate of Men in Fort Bullen, Gambia. Das Fort wurde 1826 von den britischen Kolonialherren errichtet, um den Sklavenhandel über den Fluß Gambia zu beenden. Sklaven, die von gestoppten Schiffen kamen, erhielten beim passieren des Eingangs zum Fort ihre Menschlichkeit wieder. Den Guide von Fort Bullen erfüllt das heute noch mit Stolz. Dabei ist die Geschichte der Sklaverei in Gambia ein langes, dunkles Kapitel der winzigen Nation, inmitten des Senegal. Entlang des Flußes ziehen sich alte Festungen, in denen Westafrikaner zusammengerottet und nach Europa und in die USA versklavt wurden. Orte wie Juffure dienen heute als Mahnmale und Orte großer Geschichten, wie das Leben Kunta Kintes aus dem Roman „Roots“ von Alex Haley, um welches über die letzten 50 Jahre diverse Mythen gesponnen wurden. Weiterlesen

Recap: Epilog

in Kollektiv/Kultur/Magazin/People von

Das fortlaufende Projekt Evolution of Machine von David Lichtenauer durfte dieses Jahr zum ersten Mal in physischer Form öffentlich betrachtet werden. Im Rahmen des 48H Neukölln Festivals konnten Besucher den Lander L.A.R.S. bestaunen und eine dazugehörige VR-Experience erleben. Hier gibt es nun ein kleines Foto-Recap zu sehen. Den Artikel zum Event gibt es auf der Website der Kiez und Kneipe Neukölln.

Fotos: Serie – Matthias Ehrhardt,
Titelbild – Peter Ross

Event: Epilog

in Kollektiv/Kultur/Magazin von

Es ist soweit. David Lichtenauers Skultpur einer Mondlandekapsel ist auf dem Gelände der alten Kindlbrauerei in Neukölln gelandet. Im Rahmen des Kunstfestivals 48h Neukölln kann man das Gerät bestaunen und in einer VR-Experience durchleben, wie es ist, nach tausenden Jahren Kryostase auf einem fernen, lebensfeindlichen Mond aufzuwachen, mit nichts außer einer zynischen K.I. als Partner. Das Event startet heute um 19.00 Uhr, Davids Werk findet man HIER.

Webseite des Projekts

Ayo Rap #1

in Kultur/Magazin von

Hey Homie. Wie ist das Leben? Ich hab gehört du bist gerade ziemlich erfolgreich und es freut mich das zu hören. In den Staaten wirst du gerade als die populärste Musikrichtung gefeiert, unglaublich man. Kannst du dich noch erinnern wie das früher war, als dich alle belächelt haben und dachten, du kriegst es nie gebacken? Keiner wollte wahrhaben, dass der Kleine aus dem Ghetto was reißt und eines Tages die Charts stürmt. Biggie meinte ja selbst, niemand hätte gedacht, das Hip Hop es so weit schafft, und das war in den Neunzigern. Sieh dich heute an. Ich bin verdammt stolz auf dich.

Ich hab ein bisschen über uns nachgedacht, was bei dir und mir so in den letzten Jahrzehnten ging, wo es dich hingetrieben hat, weil fuck, du bist ja überall auf der Welt unterwegs, und ich hab teilweise das Gefühl dich hier und da aus den Augen zu verlieren. Ich mein, wie lange kennen wir uns schon? 20 Jahre? Ich glaub damit bist du einer meiner längsten Freunde und definitiv einer meiner Besten. Als du hier rüber gekommen bist nach Deutschland muss ich ehrlich sagen, dachte ich anfangs, dir steht das nicht, die Deutsche Verkleidung, deine neuen Themen, weil auf einmal BWL-Studenten auf Mensaparties deinen Scheiss gefeiert haben und auch die Stimmung, die du hier verbreitet hast war mir fremd. Wo war dein Hunger, dein verbissener Kampf dich aus den beschissensten Vierteln zu erheben und den Leuten die knallharte Realität vor den Latz zu setzen? Ach, du kennst mich und das tut mir leid. Du hast mir Savas gezeigt, Torch, die Stieber Twins und nach und nach haben einige andere Namen angeklingelt, auf die ich heute auch nicht mehr verzichten will. Natürlich gab es hier und da Implikationen in Texten, die ich damals nicht gecheckt hab und von denen ich mich heute distanziere, aber das ist ein Thema für ein andermal. Im Nachhinein war es wohl das Beste, dass du es hier her geschafft hast, um dich einer breiteren Masse vorzustellen. Aber wie gesagt. Ich bin jeden Tag zurückgekommen zu dir weil ich wissen wollte, was da drüben geht und was für Probleme ihr in den Staaten hattet und immer noch habt. Fuck man, wegen dir hab ich angefangen amerikanische Literatur zu studieren. Ohne dich wüsste ich heute nicht wer Amiri Baraka, Langston Hughes, Lorraine Hansberry oder Ralph Ellison waren und was sie für uns alle getan haben. Dir haben wir die wohl größten sozialkritischen Künstler unserer Zeit zu verdanken, ihre Visionen und ihre Resignation vor politischen und gesellschaftlichen Mechanismen, die nie in der Realität, doch aber in der Musik durchbrochen und zertreten werden können. Als ich das erste Mal Mathematics von Mos Def gehört habe war ich 13 Jahre alt und habe mich das erste Mal in meinem Leben überhaupt tiefgehend mit Metaphern und Stilfiguren beschäftigt, weil ich in meinem jungen Geist wusste, dass Rap mehr Inhalt trägt als die gesprochenen Wörter. Am Meisten muss ich dir allerdings für diese Sache danken: Du hast mir gezeigt, dass alle Menschen Probleme haben. Was ich gelernt habe ist, dass meine Eigenen im Vergleich zu anderen marginal sind, dass es auch in der westlichen Welt, mitten unter uns Leute gibt, die größeren Ärger haben, als sich die Frage zu stellen „Wo will ich hin im Leben, was will ich erreichen?“. Mindestens 16% der Bevölkerung allein hier in Deutschland leben unter der Armutsgrenze und können sich nicht fragen, was sie denn tolles studieren wollen oder wo sie ihre Ausbildung anfangen können, denn in vielen Fällen geht es ums blanke Überleben. Du hast mir beigebracht diese Leute in meiner Jugend wahrzunehmen, als ich eigentlich jeden Tag nur skaten gehen wollte und so ziemlich auf alles geschissen habe. Du warst da und hast mich am Schopf gepackt. Du hast mir gezeigt, dass ich mich verdammt nochmal zusammenreißen soll, weil es Leute mit verdammt realen Problemen gibt. Dafür bin ich dir bis heute dankbar mein Freund.

Ich hab wirklich noch einiges zu sagen, aber das muss warten. Ich hab mich lange nicht mehr bei dir gemeldet, deshalb möchte ich dir jetzt regelmäßig schreiben. Glaub aber nicht, dass ich dir immer schön Honig ums Maul schmieren werde. Es gibt da ein paar Sachen, für die ich dir auch gerne mal eine klatschen würde, aber so ist das mit besten Freunden, wir wissen zu viel voneinander.

Machs gut und bis nächsten Monat. Grüß in der Zwischenzeit J. Cole von mir.
Dein Matze

Magenta Skateboards: Just Cruise

in Magazin/Skateboarding von

Erst seit gestern ist das Full-Length Just Cruise von Magenta Skateboards offiziell auf der YouRöhre zugänglich, wobei es schon 2015 veröffentlicht wurde.

An Aktualität hat das gute Stück nichts eingebüßt, denn letztendlich wollen wir doch eh alle nur Leo Valls zu fettem Sound powersliden sehen. Ähnlich wie die Vorgänger hat auch Just Cruise ein lokales Leitmotiv: Das gesamte Teil wurde in Frankreich gefilmt.

Fragen, die sich mir bei dem Video allerdings eröffnen sind folgende:

  1. Wie kann Glen Fox durchschnittlich 5,7 Tricks pro Sekunde machen?
  2. Hat Ben Gore oder Koichiro Uehara den schönsten Kickflip auf unserem Planeten?
  3. Gibt es Maßstäbe, um den Style von Jimmy Lannon zu messen?
  4. Warum will ich jetzt sofort nach Bordeaux?

Danke für ein weiteres Meisterwerk Zach Chamberlain.

tourzudrei

in Magazin/Skateboarding von

Ein weiteres Jubiläum, ein weiteres Video von vierzudrei, aka Nils Werner. Ein Jahr ist unser gemeinsamer Trip nach Athen her, was für Nils und seine VX nur 1/3 der spektakulären Missionen in fremde Gefilde des Jahres 2017 darstellt. Mit den Eichelboys war der Lokalmatador der Neuköllner Jevertrinker auf Malle, weil ist ja nur einmal im Jahr und außerdem haben Haber, Max, Max, Max, Max, Max, Max, Max und Max (dürften dann alle sein, hoffe ich) auf Gran Canaria Spots nach allen Regeln der Kunst erniedrigt.

Wer den allwöchentlichen Weltschmerz des Montags überwinden muss und mit sonnigen Gedanken der nächsten Session entgegenfiebert, wird mit diesem Video die absolut richtige Wahl treffen. Man kann sich aber auch alternativ zur Musik die Woche schon jetzt schönsaufen. Leben und trinken lassen. Ich ziehe meinen Hut.

Shout Outs gehen raus an Giorgio, die Eicheln, Nils und natürlich alle Lieblingsskater aus Neukölln.

Interview: Maximilian Schneller

in Kultur/Magazin/People von

Für unser aktuelles Interview haben wir Maximilian Schneller ergattert, seines Zeichens Rollholzenthusiast und Gourmet der Straßenfotografie, wohnhaft in Wien. Ein wahrer Botschafter der herrlichsten mit Beton und Asphalt verbundenen Aktivitäten. Ich habe ihm ein paar Fragen zu seiner Arbeit hinter der Linse gestellt, von welcher er eine kleine Serie mit kuriosen Situationen des Alltags in Wien im Gepäck hat. Spoiler: Max ist Profi für Gemütlichkeit und sehr schlecht im Ficks geben. Weiterlesen

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