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VICE über die EU – Ein Kommentar

in Kultur/Magazin/People von

Gestern, am 15.05.2019 hat der deutsche Ableger der VICE einen Kommentar des Autors Juri Sternburg zur anstehenden Europawahl veröffentlicht. Im Meinungsbeitrag des Autors kommt die EU nicht sonderlich gut davon, was sich an Phrasen ablesen lässt, die da lauten, die EU sei eine „Festung der neokolonialen Ausbeutungs- und Verelendungspolitik“. Besonders echauffiert wird sich dabei über den aktuellen „Hype“ um die Wahlen zum EU Parlament. Den Artikel findet ihr HIER. Zunächst angetan von der Hoffnung, hier könnte ein fundierter Beitrag zum öffentlichen Diskurs geleistet werden, war ich letztendlich nur enttäuscht von der unreflektierten Haltung, sowie dem Fakt, keinerlei Fazit, bzw. Denkanstoß zu finden.

Der erste Punkt, der im VICE-Artikel zur Zielscheibe wird, ist die Art und Weise, wie heute Wahlkampf geführt wird. Die Aufzählung vermeintlicher Politikexperten, die sich nun für diverse EU Kampagnen ablichten lassen, ist durchaus amüsant. Juri ist abgefuckt, weil er auf einmal überall blaue Europa-Pullis sieht und betitelt das als „EU-Fetisch“, wobei er gezielt verbal auf Persönlichkeiten eindrischt, die nicht unbedingt als Aushängeschilder der Authentizität gelten. Das kann lustig sein, allerdings muss man auch nur 20 Sekunden lang googlen, um zu erkennen, warum jeder Pfosten im Moment als gut bezahlter Wahlhelfer akquiriert wird. Die Wahlbeteiligung von 2014 lag im EU Durchschnitt bei 42,6 Prozent. Wenn man sich nun das eher mittelmäßig gehütete Geheimnis vor Augen führt, dass Politiker als Maxime ihres Handelns eine Wahl, bzw. Wiederwahl anstreben, dürfte doch klar sein, warum Lifestyle-Influencer mit Europapullis deinen Instafeed zumüllen. Das ist auch okay so, denn wir sollten die Wahl angesichts aktueller nationaler Wahlergebnisse der EU-Mitgliedsstaaten verdammt ernst nehmen.

Die folgenden Passagen sind allesamt zu lesen, als ob ein vierzehnjähriger Teenager auf Amazon eine Bewertung zu einem Nasenhaarentferner hinterlassen würde. Das klingt dann ungefähr so: „Wozu brauche ich so eine sinnlose Scheiße?“ Mit ein paar Jahren mehr Erfahrung erkennt man dann, dass so ein Gerät wirklich kacke ist, aber in bestimmten Fällen sehr nützlich. Ähnlich verhält es sich mit der EU. Gegen neokolonialistische Politik zu kämpfen ist sinnvoll, aber nicht im Rahmen einer Europawahl. Das EU Parlament stellt den einzigen, direkt durch Wahlen legitimierten Apparat der EU dar. Es ist unser aller Instrument innerhalb der EU-Institutionen und fungiert im Gesetzgebungsverfahren der EU als Kontrollgremium der Bevölkerung gegen Willkür von Kommission und Rat. In einer Barschlägerei geht man doch auch auf den Typen los, der „du Hurensohn“ schreit und nicht auf den, der keine Arme hat und sagt: „Chillt mal alle.“

Der letzte wichtige Punkt betrifft Themen wie Verelendungspolitik und die Waffenexporte der EU, wie von Juri erwähnt. Hierzu sollte man verstehen, dass politische Bereiche, wie Außen- und Sicherheitspolitik, durch intergouvernementale Methoden gesteuert werden. Das bedeutet, dass die einzelnen Regierungen der Mitgliedsstaaten hierfür nur die Bühne der EU nutzen und eigene, souveräne Entscheidungen treffen, da die EU in fast keinem Bereich abseits der Wirtschaft über gesetzgeberische Kompetenzen verfügt. Ja, das ist richtig scheiße, denn was kann denn eine EU dann überhaupt machen? Prinzipiell nicht viel. Die EU besteht zum Großteil aus alten, weißen Säcken, die sich Technokraten schimpfen dürfen und dagegen müssen wir vorgehen. Wie sollen wir das machen? Indem wir verdammt nochmal alle wählen gehen und diesen kleinen, schützenswerten Teil der EU, das durch uns gewählte Parlament, stärken. Statt sich über irrelevante Vollidioten in blauen Pullis zu echauffieren, könnte man sich nämlich mit den wichtigen Themen beschäftigen. Wie schwächen wir die Kommission und stärken im Gegenzug das Parlament? Wie gelangen wir zu einer europäischen Sozialpolitik?

Liebe Leute: Öffnet die Fresse um was zu verändern, nicht um Schwachsinn zu erzählen – oder lasst es mich so formulieren: Seid wie Nas, nicht wie 6ix9ine.

Gambia und das Tabu

in Kultur/Magazin/People von

Der Blick des Museumsmitarbeiters ist fest auf ein Tor zum offenen Meer gerichtet. Es ist nicht nur irgendein Durchgang, sondern das Gate of Men in Fort Bullen, Gambia. Das Fort wurde 1826 von den britischen Kolonialherren errichtet, um den Sklavenhandel über den Fluß Gambia zu beenden. Sklaven, die von gestoppten Schiffen kamen, erhielten beim passieren des Eingangs zum Fort ihre Menschlichkeit wieder. Den Guide von Fort Bullen erfüllt das heute noch mit Stolz. Dabei ist die Geschichte der Sklaverei in Gambia ein langes, dunkles Kapitel der winzigen Nation, inmitten des Senegal. Entlang des Flußes ziehen sich alte Festungen, in denen Westafrikaner zusammengerottet und nach Europa und in die USA versklavt wurden. Orte wie Juffure dienen heute als Mahnmale und Orte großer Geschichten, wie das Leben Kunta Kintes aus dem Roman „Roots“ von Alex Haley, um welches über die letzten 50 Jahre diverse Mythen gesponnen wurden. Weiterlesen

Recap: Epilog

in Kollektiv/Kultur/Magazin/People von

Das fortlaufende Projekt Evolution of Machine von David Lichtenauer durfte dieses Jahr zum ersten Mal in physischer Form öffentlich betrachtet werden. Im Rahmen des 48H Neukölln Festivals konnten Besucher den Lander L.A.R.S. bestaunen und eine dazugehörige VR-Experience erleben. Hier gibt es nun ein kleines Foto-Recap zu sehen. Den Artikel zum Event gibt es auf der Website der Kiez und Kneipe Neukölln.

Fotos: Serie – Matthias Ehrhardt,
Titelbild – Peter Ross

Interview: Maximilian Schneller

in Kultur/Magazin/People von

Für unser aktuelles Interview haben wir Maximilian Schneller ergattert, seines Zeichens Rollholzenthusiast und Gourmet der Straßenfotografie, wohnhaft in Wien. Ein wahrer Botschafter der herrlichsten mit Beton und Asphalt verbundenen Aktivitäten. Ich habe ihm ein paar Fragen zu seiner Arbeit hinter der Linse gestellt, von welcher er eine kleine Serie mit kuriosen Situationen des Alltags in Wien im Gepäck hat. Spoiler: Max ist Profi für Gemütlichkeit und sehr schlecht im Ficks geben. Weiterlesen

Check Out: Fusc

in Kultur/Magazin/People von

Letztes Jahr im September hatten wir das Glück die Schmuckdesignerin Rosa Hirn für ein Interview gewinnen zu können und freuen uns heute Fusc vorstellen zu dürfen. Das Schmuck- und Modelabel ist eine Kooperation zwischen Rosa Hirn und Damaris Moos und setzt einen klaren Fokus auf Upcycling verschiedenster Materialien von Fahrrädern.

Kennengelernt haben die Beiden sich während des Studiums an der Hochschule für Gestaltung in Pforzheim, wobei Rosa Schmuckdesign und Damaris Modedesign studiert haben. Fusc vereint nicht nur Beide als Personen, sondern auch die Mischung aus einem Bewusstsein für wiederverwertbare, bzw. aufwertbare Materialien und den Konsens auf gängige Modekonventionen zu scheissen und authentisch zu sein. Das Resultat ist Mode aus Fahrradreifen, Schläuchen, Speichen, Gabeln und was ein alter Drahtesel eben alles so her gibt.
Im Gegensatz zu anderen Upcycling Projekten möchte Fusc nicht öko sein oder eine politische Botschaft vermitteln. Nachhaltigkeit und die Schonung der Umwelt sind für die Designerinnen essentielle Faktoren, die von ihnen als rationales Mindset betrachtet werden statt als Agenda zur Weltverbesserung. Das Label steht für Ausdruck und will in die Clubs, will auffallen, deine Fantasien wecken und dich wild machen. Die meisten Teile sind verrucht und erinnern an SM, an Fetisch oder Porno. Dennoch möchten Damaris und Rosa kein Image etablieren, welches Fusc in eine Nische drängt. Vielmehr nutzen die Beiden verschiedene Events und Möglichkeiten sich zu präsentieren als Evaluierung, wo die Reise letztendlich hin führen soll. Wie die Fotoserie von Alex Schuktuew zeigt, ist nicht jedes Teil der Kollektion für den Alltag im Büro bestimmt und doch ist die Möglichkeit gegeben in Kombination mit Jeans und Sneakern einen individuellen Look in der Freizeit zu generieren. Unterm Strich ist die Botschaft: Trau dich.

Fusc Website
Fusc Webshop

Bei weiterem Interesse am Schaffen der Designerinnen solltet ihr morgen, Freitag den 26.01.2018 zur Veranstaltung Fourplay marschieren und euch selbst ein Bild machen. Im Rahmen eines freizügigen Abends könnt Ihr euch vor Ort in Fusc einkleiden und euch gehen lassen.

Fotos: Serie – Alex Schuktuew; Portrait – Bertrand Carrot
Haare/Make-Up: Maria Meßner
Model: Jule Rau

Set Design: The Evolution of Machine

in Kultur/Magazin/People von

Nehmen wir mal an, David Lichtenauers Eltern hätten ihm im Kindesalter mit auf den Weg gegeben er könne alles werden was er möchte, sobald er groß ist. Eine nicht allzu gewagte Vermutung im Angesicht der Tatsache, dass es Gang und Gäbe ist, die eigenen Schützlinge mit Freude auf die Zukunft blicken zu lassen. Besonders ist an David allerdings, dass er die erbauenden Worte von Anfang an wörtlich verstanden haben muss und sich entschlossen hat wirklich alles zu werden was er möchte, ohne sich selbst Grenzen zu setzen.
Produkt dieses Antriebs ist Davids Portfolio, das sich wie folgt beschreiben lässt: Eine illustre Sammlung von Projekten, welche, egal wie ambitioniert sie scheinen, stets gewissenhaft umgesetzt werden. Die Vielfalt jener Beschäftigungen reicht von Schreinerei und Zimmerei, über soziale Installationen (Rampenlicht @ Obey Zine, Keine Welle im Wedding @ LOVEME Co.), bis hin zur Arbeit als Regisseur und Drehbuchautor.

Eines der besagten Projekte beschäftigt David seit knapp einem Jahrzehnt. Ein bisher imaginärer Science Fiction Epos namens The Evolution of Machine. Es handelt sich dabei um „eine mystische Geschichte voll magischer Orte und dramatischer Konflikte am Rande des Universums. Es ist der Traum eines kleinen Jungen, der mich schon seit meiner Kindheit begleitet und dessen Wunsch nach einer Umsetzung mit mir groß geworden ist“, laut David selbst. Träumer ist er ohne Frage, aber es bei Fantasien zu belassen kann er nicht so einfach. Selbst wenn der Film in naher Zukunft nicht realisiert werden kann, so muss David doch zumindest einen Teil der Geschichte zum Leben erwecken. „Warum ich im Winter 2015, mit der unschätzbar großen Hilfe von Pierre Burel, Oliver Arndt und Nancy Eadington mit der Arbeit an genau diesem Set angefangen habe, kann ich nicht genau beantworten. Vielleicht aus Ungeduld. Vielleicht aus Ohnmacht, weil mir klar war, dass eine Realisation der Filme absolut utopisch schien und noch bis heute scheint. Unterbewusst vielleicht aber auch wegen dem symbolischen Charakter des Gebäudes im Film: Das Set zeigt die Empfangshalle der freien Akademie der Autodidakten, einem symbolischen Ort der Inspiration an dem junge Menschen dazu ermuntert werden, ihre kühnsten Gedanken auszuführen und Visionen zu entwickeln.“

Archiv: Der Schwirbel – Streetart in Wien

in Kultur/Magazin/People von

Zwischen Provokation und einem Lächeln

Es ist zwei Uhr nachts, ende Dezember 2013. Völlig in Schwarz gekleidet, mit Kapuze über dem Kopf, geht er die Währinger Straße in Wien hinab. Eine Spraydose raschelt in seiner Jackentasche. „Auf solchen Straßen fühle ich mich immer wie auf einem Präsentierteller. In jedem Auto könnten Zivilbullen sein.“ Er observiert die Lage und verschwindet in einem Hauseingang. Ein paar Sekunden später setzt er seinen Weg fort, während die frisch gesprühte Farbe an der Wand trocknet. Schwirbel ist sein Deckname und er ist Streetart-Künstler.

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Check Out: Max Schwerin

in Kultur/Magazin/People von

Max Schwerin aka berlin.faces, Fotograf mit Homebase in Neukölln, Berlin gewährt uns heute einen Einblick in seine Arbeit mit dieser exklusiven Fotoserie seiner diesjährigen Reise nach Rumänien. Sein Jagdrevier sind die Straßen, nicht nur in Berlin, sondern europaweit. Die Devise für Portraits und Streetfotografie: Up Close & Personal.

Bock auf mehr?
Checkt seine Arbeit auf Instagram!

 

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